Experimentelle Wirtschaftspsychologie und empirische Wirtschaftsforschung (Internetgestützte Simulationsmodelle)

 

Entwicklung eines internetgestützten Simulationsmodells zur Erfassung unternehmerischer Potentiale

Das von der Klaus Tschira geförderte Projekt ist als Ergänzung und Fortführung unserer Studien über Potenziale des unternehmerischen Denkens und Handelns zu sehen. Es ist dem Bereich der experimentellen Wirtschaftspsychologie zugeordnet.

Unternehmerisches Denken und Handeln ist für Selbständige und Führungskräfte in Unternehmen gleichermaßen ein entscheidender Faktor für wirtschaftlichen Erfolg. Die Erfassung und Förderung dieser Fähigkeiten ist vor dem Hintergrund der steigenden Bedeutung von erfolgreichen Existenzgründungen zur Schaffung von Arbeitsplätzen, des zunehmenden internationalen Wettbewerbs sowie der Weiterentwicklung hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft eine zentrale Aufgabe mit hoher gesellschaftlicher Relevanz.


Ziel des Forschungsprojektes ist es, einen ganzheitlichen Erhebungsansatz zu entwickeln, der sowohl fachliche als auch persönliche Potentiale unternehmerischen Denkens und Handelns erfasst. Dieser Erhebungsansatz soll als wissenschaftlich fundiertes und validiertes Simulationsmodell, als „Spiel“ – und damit verhaltensnäher als die üblichen Befragungen – modelliert werden. Dabei sollen die neuartigen technischen Möglichkeiten des Internets genutzt werden. Sie erlauben es, komplexe und damit realitätsnahe Situationen zu simulieren. Im Vergleich zu klassischen Erhebungsmethoden gewinnen die Ergebnisse dadurch erheblich an Aussagekraft. Darüber hinaus sind positive Motivationseffekte der Spieler bzw. Probanden zu erwarten, die ebenfalls positive Effekte auf die Güte der Ergebnisse versprechen. Simulationsmodelle in Form von Spielen haben sich für die Analyse verschiedener gesellschaftlicher und ökonomischer Fragestellungen als sehr nützlich erwiesen.

 

Ein internetgestütztes Simulationsmodell wäre im Rahmen des Internet-Recruiting vor allem für kleine und mittlere Unternehmungen von Nutzen. Darüber hinaus könnte es auch in Unternehmen zur Unterstützung von Personalentscheidungen zum Einsatz kommen. Ein wichtiger Einsatzbereich wäre schließlich die Prüfung unternehmerischer Potenziale bei jenen, die eine selbständige Tätigkeit in Betracht ziehen. So können frühzeitig Defizite festgestellt werden. Werden diese erkannt und bearbeitet, so lässt sich das Risiko des unternehmerischen Scheiterns beträchtlich reduzieren. Das Projekt wurde am 5. November 2004 unter dem Titel „Entwicklung eines verhaltenswissenschaftlichen Spielmodells als Diagnostikum zur Erfassung unternehmerrelevanter Persönlichkeitsfaktoren“ auf der 8. Interdisziplinären Jahreskonferenz zur Gründungsforschung im Haus der Wirtschaft in Stuttgart vorgestellt. Die Konferenz wurde ausgerichtet von durch den Förderkreis Gründungsforschung e. V. Entrepreneurship Research (FGF) in Kooperation mit dem Stiftungslehrstuhl Entrepreneurship an der Universität Hohenheim unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Christoph Müller sowie dem Schweizerischen Institut für Klein- und Mittelunternehmen an der Universität Sankt Gallen und der Universität Stuttgart.


Steckbrief:

Projektverantwortung und -durchführung: Dr. Michael Neuner
Leitung: Prof. Dr. G. Raab
Kontakt: Prof. Dr. G. Raab, Tel.: 0621-5203-440
Laufzeit: April 2003 bis Juni 2004
Finanzierung: Klaus Tschira Stiftung gGmbH